Lama Ole Nydahl

Lama Ole Nydahl ist einer der bekanntesten westlichen Lehrer des Buddhismus. Im Auftrag Seiner Heiligkeit des 16. Gyalwa Karmapa gründete Lama Ole zusammen mit seiner Frau Hannah weltweit 694 Meditations-Zentren. Lama Ole Nydahls Bedeutung für die Verbreitung des Diamantweg-Buddhismus ist kaum zu überschätzen.

Lama Oles Begegnung mit dem 16. Gyalwa Karmapa

Ole und Hannah Nydahl begegneten dem 16. Gyalwa Karmapa im Jahr 1969 auf ihrer Hochzeitsreise beim Swayambhu-Stupa in Nepal. Die beiden jungen Dänen wurden die engsten westlichen Schüler des Oberhaupts der Karma Kagyü Linie des Diamantweg-Buddhismus. Hannah und Ole Nydahl durchliefen zunächst eine intensive dreijährige Philosophie- und Meditationsausbildung, die der 16. Gyalwa Karmapa leitete.

Im Jahr 1972 beauftragte Gyalwa Karmapa Ole und Hannah Nydahl, den Diamantweg-Buddhismus im Westen zu lehren. Im Rahmen dessen begleitete Lama Ole den 16. Gyalwa Karmapa 1974/75 und 1976/77 auf dessen Reisen durch die USA, Kanada und Europa. In den folgenden Jahren holte Lama Ole Nydahl nahezu alle bedeutenden tibetischen Lamas der Karma Kagyü Linie in den Westen.

Hannah Nydahl mit Lama Ole Nydahl und dem 16. Karmapa

Von rechts nach links: S.H. 16. Karmapa, Lama Ole Nydahl, Hannah Nydahl

Gründung buddhistischer Zentren im Westen

Mit ihrer Rückkehr nach Dänemark 1972 begannen Ole und Hannah Nydahl in Westeuropa und den USA Vorträge zu halten und Meditationskurse zu geben. Gemeinsam mit Freunden und Schülern gründete Lama Ole überall Gruppen und Zentren. Im Gegensatz zu den Klöstern Asiens konnte dort jedermann – also ohne Mönch oder Nonne zu werden – den Diamantweg-Buddhismus praktizieren. Die ersten Diamantweg-Zentren entstanden 1972 in Graz und Kopenhagen, das erste deutsche 1978 in Hamburg. Mittlerweile existieren weltweit über 700 Diamantweg-Zentren und -Gruppen.

Auch in den damaligen Ostblock reiste Lama Ole sobald es die politischen Bedingungen erlaubten. So konnte er bereits 1976 einen ersten Vortrag in Polen halten. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion reiste Lama Ole Nydahl 1989 auch nach Russland und später in alle Länder des ehemaligen Ostblocks und gründete zahlreiche buddhistische Zentren.

Im Jahr 2007 erwarb die von Lama Ole Nydahl und dem BDD e. V. gegründete Buddhismus Stiftung Diamantweg das Gut Hochreute bei Immenstadt im Allgäu. Auf dem Gelände etablierte sich das Europe Center, ein internationaler Treffpunkt u. a. für einen jährlichen Meditations-Sommerkurs mit tausenden Teilnehmern aus aller Welt.

Übertragung der Lehren durch Lama Ole

Lama Ole Nydahls Aktivität für den Diamantweg-Buddhismus wird gerne mit der von Marpa (1012 bis 1097) verglichen, der die Belehrungen der Karma Kagyü Linie von Indien nach Tibet brachte und übersetzte. Im Auftrag des 16. Gyalwa Karmapa übersetzten Hannah und Ole Nydahl Meditationen und Belehrungen aus dem Tibetischen. Von Anfang an ging es den Nydahls darum, dass alle Praktizierenden verstehen konnten, was sie taten.

So ist es vor allem Lama Ole zu verdanken, dass die zeitlose Weisheit des Diamantweg-Buddhismus der westlichen Welt zugänglich wurde. Zugleich gewährleistete er durch ständigen Austausch mit den Lamas der Karma Kagyü Linie eine ungebrochene und authentische Übertragung der Belehrungen und Meditationen.

Im Auftrag von Shamar Rinpoche unterrichtete Lama Ole seit 1986 eine besondere und in Tibet geheime Meditationspraxis für das „Bewusste Sterben” (tib.: Phowa). An diesen Phowa-Kursen nahmen weltweit mindestens 100.000 Menschen teil.

Zu Lama Ole Nydahls Vorträgen und Meditationskursen in aller Welt kommen z. T. mehrere tausend Menschen. In zahlreichen Büchern öffnet Lama Ole die Mittel des Diamantweg-Buddhismus für alle Interessierten. Dazu gehören Grundlagenwerke („Wie die Dinge sind“), Kommentare zu den höchsten Belehrungen, die die Karma Kagyü Linie kennt („Das Große Siegel“), sowie Bücher, in denen die buddhistische Perspektive in bestimmten Lebenslagen erläutert wird (z. B.: „Von Tod und Wiedergeburt“ oder „Der Buddha und die Liebe“). Die Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Lama Ole und der 17. Karmapa

Thaye Dorje, Seine Heiligkeit der 17. Gyalwa Karmapa, steht seit seiner Flucht aus dem besetzten Tibet im Jahr 1994 in regem Austausch mit Lama Ole. Auf dessen Einladung kam der 17. Gyalwa Karmapa erstmals im Jahr 2000 nach Europa. Seitdem besucht er regelmäßig die von Lama Ole Nydahl gegründeten Zentren.

Lama Ole Nydahl beim Kagyu Monlam in Bodhgaya, Indien

Lama Ole Nydahl beim Kagyü Mönlam in Bodhgaya (2012)

Lama Oles Lehrtätigkeiten in Asien

Lama Ole Nydahl genießt auch in Asien als buddhistischer Lehrer hohes Ansehen. Er lehrt u. a. in Nepal, Hong Kong, Thailand, Indien, Vietnam und Bhutan. Im Dezember 2012 nahm er als Ehrengast am Kagyü Mönlam in Bodhgaya, Indien teil – einer der weltweit wichtigsten Veranstaltungen der Karma Kagyü Schule.

Im Jahr 2012 luden Mitglieder der bhutanischen Königsfamilie Lama Ole Nydahl zu Vorträgen in der Hauptstadt Thimpu ein. Anlässlich dieses Besuchs wurde er auch von der bhutanischen Queen Mother empfangen.

Lama Ole Nydahl mit Dorji Wangmo, Queen Mother of Bhutan

Queen Mother von Bhutan mit Lama Ole Nydahl (2012)

Mit dem geistlichen Oberhaupt der Buddhisten in Russland dem XXIV. Pandito Hambo-Lama Damba Ajuschejew verbindet Lama Ole eine langjährige Freundschaft. Im Sommer 2017 besucht Lama Ole den Hambo-Lama an seinem Sitz, der Klosteruniversität Iwolginski Dazan, dem Zentrum der Buddhistischen Traditionellen Sangha Russlands.

Ebenfalls in Sommer 2017 folgte Lama Ole einer Einladung in die Mongolei zu einer buddhistischen Konferenz in Ulan Bator. Dort traf er mit hohen Vertretern unterschiedlicher buddhistischer Schulen zusammen.

Lama Ole Nydahl bei der Konferenz "Kagyu Tradition in Mongolia" in Ulan Bator am 17. Juli 2017

Konferenz "Kagyu Tradition in Mongolia" in Ulan Bator am 17. Juli 2017

Auf seiner Reise durch die Mongolei besuchte er die historischen buddhistischen Stätten des Landes und traf mit bedeutenden Lamas zusammen. In der historischen Klosteranlage Erdene Dsuu, nahe dem ehemaligen Karakorum, der Hauptstadt des mittelalterlichen Mongolenreiches, wurde Lama Ole vom dortigen höchsten Lama empfangen. In Ulan Bator begegnete Lama Ole dem Kagyüpa Lama Taivansaikhan, der die Übertragungen des 2. Karmapa Karma Pakshi hält. Nach einem öffentlichen Vortrag in Ulan Bator entstand die erste Diamantweg-Meditationsgruppe für Laien in der Mongolei.

Lama Ole Nydahl mit Lama Taivansaikhan in Ulan Bator

Lama Ole Nydahl mit Lama Taivansaikha

Literatur über Lama Oles Arbeit

Lama Ole Nydahl hat seine Arbeit im Auftrag des 16. Gyalwa Karmapa und für den Diamantweg-Buddhismus in zwei autobiografischen Büchern festgehalten: In „Buddhas vom Dach der Welt“ schildert er die Begegnung mit dem 16. Gyalwa Karmapa und seine buddhistische Ausbildung. „Über alle Grenzen“ schließt daran an und erzählt, wie Lama Ole und seine Frau Hannah ab 1982 die Belehrungen in den Westen brachten.

Tomek Lehnert, enger Schüler und Sekretär von Lama Ole Nydahl, ergänzt die autobiografischen Schriften mit seinem Buch „Rüpel in Roben“ um die Kontroverse der Suche nach der aktuellen Wiedergeburt des Gyalwa Karmapa.

Lama Ole Nydahl

* 19. März 1941 nahe Kopenhagen

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